Employee Assistance Program
Was bringt es Unternehmen?

Wie EAP Unternehmen leistungsfähiger macht

Viele Menschen sind heutzutage auf der Überholspur und schaffen es gar nicht mehr ihren Fuß vom Gas zu nehmen. Schnell vorwärts zu kommen ist nicht schlecht, doch ist es wichtig, noch rechtzeitig bremsen zu können, sonst ist der Unfall vorprogrammiert und nichts geht mehr. 

Die heutige Arbeitswelt ist geprägt von der rasanten Entwicklung der Arbeitsabläufe, neuen Technologien und Kommunikationskanälen. Die Globalisierung führt dazu, dass Unternehmen immer mehr unter Druck stehen und gesunde und vor allem leistungsfähige Mitarbeiter brauchen, um dem Stand zu halten. Immer mehr Arbeitnehmer empfinden Stress als große Belastung, der insbesondere durch Zeitmangel und Erfolgsdruck ausgelöst wird. Die Anforderungen werden auch in Zukunft nicht zurückgehen.

Die Zahl der psychischen Probleme nimmt drastisch zu. Mittlerweile gehen 13% der Fehltage darauf zurück.  Auch wenn sich die Situation weiterhin verschärft, steigt das Bewusstsein für die Problematik in den Unternehmen. Die Gesundheit der Mitarbeiter rückt immer mehr in den Fokus von Personalverantwortlichen und Arbeitgebern. Denn nur mit gesunden und leistungsfähigen Mitarbeitern können die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt überhaupt bewältigt werden.

Immer bei der Arbeit, egal was komme - oder eben doch nicht?

Eigentlich meinen sie es ja nur gut. Mitarbeiter schleppen sich teilweise in allen Lebenslagen zur Arbeit. Doch von Leistungsfähigkeit ist da manchmal kaum mehr zu sprechen. In diesem Fall tut sich keiner einen Gefallen. Die Ansteckungsgefahr für die Kollegen ist meistens groß, Fehler schleichen sich im kranken Zustand viel schneller ein und schneller gesund wird der Mitarbeiter dadurch auch nicht, im Gegenteil. Wer krank ist, sollte lieber zu Hause bleiben, um wieder richtig gesund zu werden und die nötige Kraft aufzutanken. Die Schäden, die der Wirtschaft durch Präsentismus entstehen, sind sogar höher als jene, die durch fehlende Mitarbeiter verursacht werden.

Die Produktivität kann aber auch erheblich durch Belastungen aus dem privaten Umfeld beeinflusst werden. Eine Veränderung im familiären Kreis oder Probleme in der Beziehung sind mögliche Gründe, warum Mitarbeiter mit ihren Gedanken woanders sind. „Unsere privaten Sorgen, Ängste und Probleme geben wir nicht an der Eingangspforte unseres Arbeitgebers ab, sondern sie sind Teil unseres täglichen Arbeitsalltags.“  Wer über einen längeren Zeitraum viel Last mit sich rum trägt, gefährdet dadurch seine psychische Gesundheit und die Wahrscheinlichkeit steigt, daran zu erkranken.

Dadurch entstehen Kosten, die nicht unbeachtlich sind. Nimmt man alles zusammen: Ausfall- und Fehlzeiten, Konzentrationsschwierigkeiten sowie Anzeichen einer psychischen Erkrankung, kommt man auf 25% der Personalkosten, die nicht optimal eingesetzt werden und ggf. noch mehr Kosten hervorrufen können.  Eine stolze Summe, die Unternehmen hellhörig werden lassen.

Wie bekomme ich „gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter“?

Krankheiten lassen sich nicht immer vorbeugen. Trotz Vorsorge und präventiven Maßnahmen - wenn die nächste Grippewelle vor der Tür steht, kann es einfach jeden Mal erwischen. Bei psychischen Krankheiten sieht das bis auf vereinzelte Ausnahmen etwas anders aus. Oft birgt sich dahinter ein schleichender Prozess über einen längeren Zeitraum. 

Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit meint körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden.“ - Definition der WHO

Der Arbeitgeber kann nur bedingt die Last der Mitarbeiter abnehmen oder Verhaltensweisen ändern, aber er kann sie in ihren Anliegen stärken, lösungsorientiert und selbstbestimmt ihre Probleme oder Herausforderungen in ihrem Leben anzugehen, um schnell wieder mit voller Leistung einsatzfähig zu sein. Mit etwas Unterstützung und dem richtigen Bewusstsein kann so Mitarbeitern geholfen werden, nicht allzu viel Last durch den Arbeitsalltag zu schleppen oder in Zukunft aufzuladen und wieder auf den richtigen Weg zu gelangen  – im besten Fall ohne lange Ausfallzeiten.

Nach Schulte-Meßtorff gehören zur Förderung der Mitarbeitergesundheit „Maßnahmen, die durch Aufklärung und Veränderung von Risikoverhaltensweisen der Vermeidung bestimmter Erkrankungen dienen bzw. dazu geeignet sind, wieder einen akzeptablen Gesundheitszustand zu erreichen.“  Im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement bieten Unternehmen diverse Maßnahmen an – sei es der Obstkorb, die Rückenschule oder der Betriebssport. Doch ein geeignetes Tool für die Stärkung der psychischen Gesundheit der Mitarbeiter ist meist nicht vorhanden, obwohl hier viel Potential besteht. 

Was ist EAP?

EAP ist die Abkürzung für Employee Assistance Program. Es hat zum Ziel „Stress und stressbedingte psychische Erkrankungen“ zu reduzieren, um „die Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten, verbessern oder gar zu steigern.“  Es handelt sich dabei um eine ganzheitliche, lösungsorientierte Kurzzeitberatung, die auf unterschiedlichen Ebenen ansetzt, je nach Anliegen der Mitarbeiter:

  • Primärprävention: Arbeitnehmer sollen von einem Teil der Belastungen in ihrem Alltag entlastet werden, z. B. bei der Pflege von Angehörigen.
  • Sekundärprävention: Negative Verläufe und/oder Anzeichen einer psychischen Erkrankung sollen frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen oder Unterstützung initiiert werden. 
  • Tertiärprävention: der Mitarbeiter ist hier bereits in einem Krankheitszustand mit reduzierter Leistungsfähigkeit oder gar beginnender Arbeitsunfähigkeit. Das ist die zeit- und kostenaufwendigste Beratung, die es mit der Sekundärprävention schon größtenteils abzufangen gilt.

Rund um die Uhr können sich Mitarbeiter von geschulten Beratern in allen Lebensbereichen beraten lassen, meist findet die Beratung telefonisch statt. Die Berater fangen in erster Linie negative Emotionen ab und fungieren als Ventil. Anschließend werden Lösungen und Strategien erarbeitet, um Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, ihre Situation selbstbestimmt zu verbessern.

Ein Beratungsstandard von EAP zielt immer auf die Auswirkungen auf den Arbeitsplatz, das heißt, dass „der Beratungsprozess sich zum Ziel setzt, den Beratungssuchenden schnell und effektiv zu entlasten und Ressourcen zu aktivieren, die es ihm ermöglichen, aus der Belastungssituation zu treten.“  Dabei steht die Einsatzfähigkeit am Arbeitsplatz an erster Stelle: mit der richtigen Motivation leisten Mitarbeiter nämlich mehr und sind dabei effektiver.
  
Was bringt es den Unternehmen?

Neben  allgemeinen Angeboten im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements im Sinne der Primärprävention gibt es mit diesem Beratungsansatz die Möglichkeit, noch einen Schritt weiter zu gehen. Insbesondere im psychologischen Bereich kann präventiv für die eigenen Mitarbeiter vorgesorgt werden. Die Mitarbeiterberatung steht dabei nicht in Konkurrenz zu anderen Maßnahmen im Unternehmen, sondern kann als eine sinnvolle Ergänzung gesehen werden. Sie richtet sich individuell an die Bedürfnisse der Mitarbeiter, ist niedrigschwellig und kann bei entsprechender Nutzung für das Unternehmen durchaus ökonomisch interessant sein.

Im Rahmen der amerikanischen Federal-Occupational-Health-Studie wurde die Wirksamkeit eines EAPs über einen Zeitraum von 3 Jahren beobachtet. Das Ergebnis: eine Verbesserung von 62 % in puncto Fehlzeiten und Verspätungen. Auch in weiteren Studien konnten positive Effekte auf die Produktivität in Bezug auf ein EAP festgestellt werden.

Dennoch sind in Deutschland viele Firmen skeptisch: auf dem Markt gibt es viele Anbieter, die sich einer Preisschlacht ausliefern, um auf dem Markt mitzuhalten. Dabei ist die Qualität der Berater das entscheidende Kriterium, das dabei nicht zu kurz kommen sollte. Bei einer lösungsorientierten Kurzzeitberatung ist die Voraussetzung für einen guten Berater, dass dieser entsprechend geschult ist und über ausreichende Erfahrung verfügt, um potenzielle Anzeichen einer psychischen Erkrankung frühzeitig erkennen zu können.  
Die Unsicherheit, was genau sich dahinter verbirgt, wie es zu implementieren gilt und welche Dienstleister qualitativ gut sind, lässt deutsche Unternehmen bislang nur zögerlich ein EAP für ihr Unternehmen in Betracht ziehen.

Wenn diese Hürde allerdings genommen wurde, hat ein Unternehmen die Möglichkeit, seinen Mitarbeitern schnell, zuverlässig und unbürokratisch Unterstützung anzubieten. 
Neben der Reduzierung von Fehlzeiten und damit verbundenen Kosten soll die Produktivität der Mitarbeiter durch ein besseres Wohlbefinden gesteigert und somit auch die Unfallzahlen gesenkt werden. Nicht außer Acht lassen sollte man auch die Außenkommunikation: Firmen können sich als mitarbeiterfreundliches Unternehmen positionieren, das Wert auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter legt. Um neue Mitarbeiter zu werben oder zu halten, sind in der heutigen Zeit durch den demografischen Wandel und Fachkräftemangel nicht zuletzt die Arbeitsplatzbedingungen und nichtmonetären Angebote sehr wichtig.

Jedes Unternehmen muss für sich selbst entscheiden, ob eine solche Leistung für die eigene Belegschaft passt und wie es integriert werden kann. Unterstützung gibt es für Firmen schon von Anfang an im Entscheidungsprozess, sodass keinem durch fehlendes Know-How etwas verwahrt bleiben sollte.

 

EAP auf einen Blick

EAP = Employee Assistance Program

Was? 

  • Frühzeitige Unterstützung bei gesundheitlichen, psychischen und sozialen Problemen
  • Reduzierung von Stress und stressbedingten psychischen Erkrankungen 

Warum?

  • Förderung von Wohlbefinden und Gesundheit der Mitarbeiter
  • Erhalt der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter
  • Reduzierung der Fehlzeiten und Folgekosten

Wie?

  • Mit einer ganzheitlichen, lösungsorientierten Kurzzeitberatung mit Fokus auf die Einsatzfähigkeit am Arbeitsplatz
  • Aktivierung der Ressourcen, um selbstverantwortlich aus der Belastungssituation zu treten

Womit?

  • Externe, telefonische Mitarbeiterberatung, die rund um die Uhr für Mitarbeiter und ihre Anliegen erreichbar ist

 

 

Quellen:

BOËTHIUS, S. (2015): Was ist ein gutes EAP? In: Wochenblatt für Papierfabrikation 12/2015, S. 766-769.

ENDERLE, K. (2011): Mehr als externe Seelsorge. In: Personalmagazin 06/2011, S. 24-25

OTHEB GmbH (2015): Wirksamkeit eines EAPs

SCHULTE-MEßTORFF, C./ WEHR, P. (2013): Employee Assistance Programs. Externe Mitarbeiterberatung im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg.

Hidden Champions, 07.01.2015: Mehr Erfolg durch gesunde Mitarbeiter. In: Mannheimer Morgen, 07.01.2015

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