health@work 06/2015
Digital Health

health@work 06/2015: Digital Health

18. Januar 2016

BGM wird digital und das hat einen guten Grund: Personal- und Gesundheitsmanager erkennen zunehmend, dass sich die Arbeitswelt stark gewandelt hat, dass sie mobiler und digitaler geworden ist. Unternehmen müssen ihre Arbeitnehmer mit dem Thema Gesundheit auf anderen Wegen erreichen.

„Viele Firmen, insbesondere im Dienstleistungsbereich, sind bereits in der Arbeitswelt 4.0 angekommen“, sagt Dr. Oliver-Timo Henßler, Leiter Partnermanagement bei vitaliberty. „Die zunehmende Flexibilisierung und Entgrenzung bringt ganz neue Herausforderungen mit sich: Vom Büro direkt nach Hause zu gehen und dann abschalten zu können, das klappt nicht bei jedem gleich gut. Für viele ist es eine Riesenherausforderung, zu lernen, bewusster mit den eigenen Ressourcen umzugehen.“

Neue Chancen durch digitale Lösungen

Durch die Digitalisierung entstehen in der Prävention ganz neue Ansätze: Smartphones und Tablets ermöglichen es, die Menschen dort abzuholen, wo sie ihren Alltag verbringen – am Arbeitsplatz, zuhause oder unterwegs. „Viele Beschäftigte, insbesondere aus der IT oder dem Vertrieb erreicht man eben nicht um 16 Uhr, wenn man gerade ein Aktionsprogramm zum Thema Fitness oder Stressbewältigung starten möchte“, erklärt Henßler.

Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH, ergänzt: „E-Health-Lösungen haben ein großes Potenzial, die persönliche und die unternehmensbezogene Gesundheitsförderung stärker miteinander zu vernetzen und bieten die Chance, Beschäftigte ganz individuell für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren und zu motivieren. Onlineportale, Wearables und mobile Apps unterstützen gezielt dabei, die Mitarbeiter bedarfsgerecht, individuell und standortübergreifend anzusprechen.“

Systematische Bedarfsanalyse

Eine der zentralen Herausforderungen im BGM ist die Ableitung und Umsetzung von zielgerichteten und mitarbeiterindividuellen Maßnahmen. Hierzu ist es im ersten Schritt erforderlich, die Belastungsquellen der eigenen Belegschaft zu erkennen. Das verlässlichste Instrument, um gesundheitsrelevante Ressourcen, Schwachstellen und Risikopotenziale im Unternehmen sichtbar zu machen, sieht Henßler in der Mitarbeiterbefragung und plädiert auch hier für digitale Tools. Die moderne IT ermöglicht es, über Online-Befragungen den individuellen Gesundheitszustand eines jeden Mitarbeiters anonym und unter Einhaltung höchster Datenschutzanforderungen zu erfassen und umgehend zu analysieren.

„In vielen Unternehmen finden Befragungen zwar statt, die Auswertung erfolgt aber häufig erst nach Monaten. Dann weiß keiner mehr, was genau erfragt wurde, was die Ableitung von zielführenden Maßnahmen natürlich erschwert. Das ist schade, weil viel Zeit, Motivation und Potenzial verschenkt wird“, so Henßler. „vitaliberty liefert mit dem moove-Ansatz eine praktikable und wissenschaftliche Basis, aus der viele Maßnahmen gezielt und sofort abgeleitet werden. Das Besondere ist hier, dass neben dem Unternehmensbericht auch jeder einzelne Teilnehmer eine individuelle Auswertung des subjektiv empfundenen eigenen Gesundheitszustandes in die Hand bekommt.“

Und Holzer ergänzt: „In der Regel ist der Einstieg zu einer Mitarbeiterbefragung auf digitaler Basis mit geringeren Hürden verbunden. Im Endeffekt kommt es darauf an, dass die Ergebnisse wissenschaftlich fundiert ausgewertet werden können und in nachhaltige Programme münden. Hier sind valide Grundlagen, Gütesiegel und Wirksamkeitsstudien gefragt.“

BGM: klassisch, digital oder beides?

Die Motivation des einzelnen Mitarbeiters, dauerhaft etwas für seine Gesundheit zu tun, ist nach wie vor einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für jedes BGM. „Erfolgreich ist ein BGM dann, wenn es viele Mitarbeiter erreicht und wenn man es schafft, bei der Belegschaft eine Bewusstseinsänderung, eine neue Qualität in der Einstellung zu Gesundheitsfragen herzustellen“, sagt Henßler. „Die sinnvolle Kombination von digitalen Tools mit bewährten Gesundheitsmaßnahmen sowie die Individualität des Angebot und der An sprache werden hier stark an Bedeutung gewinnen“, fügt Harald Holzer hinzu.

„Die Vernetzung von traditionellem BGM mit digitalen Tools und Services ist ganz klar der richtige Weg, der zu mehr Akzeptanz und Effizienz im BGM führt. Wer die Digitalisierung im Unternehmen lebt und vorantreibt, für den ist digitales BGM eine hervorragende Chance, denn die Infrastruktur für die Kommunikation mit den Mitarbeitern ist schon gegeben und kann genutzt werden, um alle zu integrieren und anzusprechen“, so Henßler.

Kommunikationsaufgabe BGM Die Rolle der Führungskräfte im BGM entscheidet maßgeblich über den Erfolg. Während jeder Phase muss das leitende Management und die Führungsebene die aktive Beteiligung der Mitarbeiter unterstützen. „Das Signal ‚Ich finde es gut, wenn ihr daran teilnehmt und ich bin selbstverständlich auch dabei‘, ist ein ganz wesentlicher Punkt für die Motivation der Mitarbeiter“, sagt Holzer. „Der erhobene Zeigefinger wird jedoch niemals erfolgreich sein.“

Digitales BGM in der Praxis

Unter der Leitung des Gesundheitsbeirats und der Kreisentwicklungsgesellschaft wird die gesamte Gesundheitsregionplus des Landkreises Garmisch-Partenkirchen zum Vorreiter in Sachen digitale Gesundheit. vitaliberty konzipierte eine digitale Gesundheitsplattform, die alle regionalen Firmen mit dem Thema BGM erreicht. Dabei werden die lokalen Besonderheiten integriert und die vielfältigen regionalen Angebote der Gesundheitsregion mit eingebunden. Dazu zählen Aktionen und Angebote von Ärzten, Kliniken, Physiotherapeuten und Apotheken, sowie der AOK - die Gesundheitskasse und zahlreicher weiterer Gesundheitsdienstleister. Das Ergebnis ist ein herausragendes bundesdeutsches Modellprojekt mit Signalwirkung für viele weitere Regionen.

„Die Gesundheitsplattform ist keine digitale Standardlösung, sondern bietet eine Vielzahl individueller, auf die Bedürfnisse der einzelnen Nutzer ausgerichteten Lösungen und macht vor allem Spaß“, sagt Petra Hilsenbeck, Gesundheitsmanagerin der Kreisentwicklungsgesellschaft. Beiratsvorsitzender Hansjörg Zahler ergänzt: „Der Einsatz des digitalen Gesundheitsportals ist ein gewaltiger Schritt hin zur Vernetzung aller Gesundheitsdienstleister der Region und eine große Bereicherung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer im gesamten Landkreis.“ red

Infos und Fragen zum digitalen BGM werden wöchentlich im Webinar erläutert. 

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