Mannheimer Morgen: Mehr Erfolg durch gesunde Mitarbeiter

vitaliberty: Wie Betriebliches Gesundheitsmanagement dazu führt, dass alle Seiten gewinnen / Harald Holzer im Interview

7. Januar 2015

Seit 2011 kümmert sich vitaliberty um Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) – mit großem und weiter wachsendem Erfolg. Von der Augustaanlage in Mannheim aus machen die rund 50 Mitarbeiter Deutschlands arbeitende Menschen gesünder, fitter und bewusster dafür, was ein gesundes Leben auszeichnet. An der Spitze von vitaliberty steht Harald Holzer. Im Gespräch erklärt der Geschäftsführer, warum alle Beteiligten von gesunden Mitarbeitern profitieren, was vitaliberty und dessen Produkte ausmacht – und wohin der Weg des Unternehmens geht.

Herr Holzer, vitaliberty steht für „bewusst leben“. Gibt es denn noch viele Mitarbeiter beziehungsweise Menschen, die es sich leisten können, nicht bewusst zu leben?

Harald Holzer: Das Gesundheitsbewusstsein ist sicher ein Faktor, der in vielen Firmen immer wichtiger wird. Es gibt aber immer noch Menschen, bei denen das Thema Gesundheit nicht in den Arbeitsalltag passt, wo es Konflikte gibt zwischen den Anforderungen aus dem Berufsleben und einer gesunden Lebensweise, einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung. Wir versuchen mit unseren Lösungen, genau diese Konflikte aufzulösen und Gesundheit in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Welche Menschen tun sich besonders schwer, Gesundheit und Arbeit unter einen Hut zu bringen?

Holzer: Wir wissen aus der Praxis, dass viele Menschen unabhängig von Branche und Hierarchie unter einem besonderen Druck stehen. Es gibt den operativen Druck, Kennzahlen erreichen zu müssen. Aber auch Termindruck und so weiter. Da bleibt relativ wenig Zeit für vernünftiges Essen, für Entspannung oder Sport. Das führt in vielen Fällen dazu, dass die Gesundheit zu kurz kommt und dass man in Bereiche kommt, die für die Gesundheit nicht gut sind.

Sie haben internationale Kunden wie SAP, Vodafone und Swisscom. Wie profitieren solche Global Player von Ihren Angeboten?

Holzer: Wir machen den Gesundheitszustand der Belegschaft auf anonyme Weise transparent, woraus letztlich dann konkrete organisatorische Handlungsempfehlungen folgen. Da geht es dann um Themen wie Führungskultur, Wertschätzung, Arbeitszeiten und auch jeder einzelne Mitarbeiter profitiert, weil wir ihm Werkzeuge an die Hand geben, Gesundheit und Arbeit vereinbar zu machen. Werkzeuge, die ihm helfen, mit Stresssituationen umzugehen oder die ihn mit Hilfe von Online-Trainings besser schlafen lassen. Dabei geht es auch um die Motivation, sich gesünder zu ernähren und zu bewegen.

Auch immer mehr mittelständische Betriebe interessieren sich für BGM. Wie schnell stellen sich denn messbare Erfolge dort ein, wo vitaliberty sich um die betriebliche Gesundheit kümmert?

Holzer: Sehr schnell. Das Programm führt dazu, dass man über Gesundheit spricht und dies überhaupt ein Thema wird. Bei vielen stellt sich auch eine gewisse Änderung des Lebensstils ein – allein aufgrund der Tatsache, dassman im Unternehmen ein solches Programm installiert. Dauerhafte Erfolge kann man nach einigen Monaten messen. Diese können wir auch sehr gut sichtbar machen, weil unser Programm digital ist. So können wir einen ziemlich genauen „Return on Invest“ bestimmen.

Das heißt konkret, dass es geringere Fehlzeiten gibt, die Produktivität im Unternehmen steigt…

Holzer: Letztendlich geht es um die Produktivität. Es liegt auf der Hand, dass gesunde Mitarbeiter produktiver sind, dafür gibt es auch zahlreiche wissenschaftliche Belege. Nur Fehlzeiten zu messen, wäre zu wenig. Wir gehen einen Schritt weiter und erfassen Werte zur Motivation, zur Wertschätzung. Aber es geht zum Beispiel auch darum, „Präsentismus“ zu vermeiden. Bei Präsentismus geht man zwar zur Arbeit, ist aber nicht produktiv. Man ist eigentlich krank und sollte lieber zu Hause bleiben. Die Schäden, die der Wirtschaft dadurch entstehen, sind sogar höher als jene, die durch fehlende Mitarbeiter verursacht werden. Das ist ein wichtiger Parameter, den wir durch unser Programm nachweislich positiv beeinflussen können.

„moove“, eine digitale BGM-Lösung aus Ihrem Haus, kommt blendend bei Unternehmen an. Was ist das Erfolgsgeheimnis,das dahinter steckt?

Holzer: Wir versuchen, Megatrends wie Gesundheit, Apps, Smartphones und Portale so zu kombinieren, dass daraus ein Produkt entsteht, das Spaß macht, Lifestyle bietet und zu einem großartigen Nutzungserlebnis führt. Wir wollen die Bewusstseinsveränderung in Bezug auf Gesundheit nicht durch den erhobenen Zeigefinger erreichen, sondern durch einen Service, der Spaß macht. So erzielen wir im Übrigen auch die unbedingt notwendige Nachhaltigkeit.

Wenn es darum geht, ein solches Programm im Unternehmen einzuführen, fragt jeder vernünftige Firmenchef nach der Kosten-Nutzen-Rechnung. Was sagen Sie ihm?

Holzer: Für jeden Euro, den man in die Gesundheit seiner Mitarbeiter steckt, bekommt man drei bisfünf Euro zurück. Das haben zahlreiche Studien belegt. Dazu kommt, dass die Mitarbeiter immer älter und dadurch im Alter anfälliger für Krankheiten werden. Entsprechend muss man sich um dieses Thema kümmern. 

Ist das Thema Burnout denn immer noch so akut wie vor einigen Jahren. Und wenn ja, in welchen Branchen denn besonders?

Holzer: Vor allem in Branchen, in denen die mentale Arbeit enorm wichtig ist. Alle Dienstleistungsbranchen sind da betroffen, besonders auch die Finanzdienstleister. Aber auch mittelständische Ingenieursbetriebe zum Beispiel. Überall da, wo die Ressource Mensch besonders wichtig ist, sollte man diese Ressource erhalten. Das gilt genauso für den Produktionsbereich. In solchen Branchen sehen wir in den nächsten Jahren noch großes Wachstumspotenzial.

Haben Sie eine Idee, was der nächste Megatrend innerhalb Ihrer Branche werden könnte?

Holzer: Die sogenannten „Wearables“, also Sensoren, Smartwatches, Fitness-Tracker und andere werden das Thema Gesundheit noch einmal stärker in den Fokus rücken. Auch wird Gesundheit zunehmend mobiler werden. Was man heute auf dem Tablet oder auf dem PC hat, das wird es künftig für die Hosentasche geben. Auch das Thema Interaktion wird an Bedeutung gewinnen.

Zum vollständigen Artikel der Sonderbeilage "Hidden Champoins" des Mannheimer Morgen vom 07.01.2015