Kick-Off für BGM
Ergo-Fit startet innovatives BGM-Projekt

Kick-Off für iBGM - Ergo-Fit startet innovatives BGM-Projekt im eigenen Unternehmen

Der Gerätehersteller Ergo-Fit geht mit gutem Beispiel voran. Das Pirmasenser Traditionsunternehmen implementiert mit professioneller Unterstützung ein komplettes und umfassendes Gesundheitsmanagement in bestehende Strukturen. body LIFE begleitet das derzeit einzigartige Vorhaben.

23. November 2011

BGM ist in aller Munde. Es gibt kaum einen Unternehmer, der die positiven Effekte von Bewegung, ausgewogener Ernährung und einer gesunden Lebensweise nicht bestätigen würde. Doch – die wenigsten setzen dieses theoretische Wissen in der Praxis um. Dabei ist es doch gerade Aufgabe der Fitness- und Gesundheitsbranche, Vorreiter zu sein. 

Mit gutem Beispiel voran 

Der Pirmasenser Gerätehersteller Ergo-Fit setzt dieses Vorhaben jetzt in die Tat um. Ziel ist es, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen zu platzieren und nachhaltige Maßnahmen in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Entspannung zu entwickeln und zu implementieren. Eine Investition in die Gesundheit, wie es Ergo-Fit-Geschäftsführer Michael Resch treffend auf den Punkt bringt: „Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Kapital und eine der Grundlagen für unseren Erfolg. Daher sind wir gerne bereit (...) zu investieren.“ Das Gute daran: Die Investition lohnt sich. Durch die Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements sinken die Fehlzeiten am Arbeitsplatz und die Produktivität der Mitarbeiter wird gesteigert. 

Fruchtbare Zusammenarbeit 

Für die Umsetzung hat sich der Pfälzer Gerätehersteller professionelle Verstärkung geholt. Als Projektpartner sind die beiden BGM-Spezialisten symbicon und vitaliberty GmbH in das Projekt involviert. Für die Konzeption setzten sich alle Beteiligten an einen Tisch mit dem Ziel, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen zu platzieren. Die Vorgabe: Programme zu entwickeln, die die spezifische Situation der einzelnen Mitarbeiter berücksichtigen. Denn jemand, der den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, hat eine andere Belastung als ein Mitarbeiter aus der Produktion, der körperlich aktiv ist. 

Die Ausgangslage 

Bereits seit Jahren bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern ein kleines Sportangebot: vergünstigte Mitgliedschaft im firmeneigenen Fitnessstudio, Fußball spielen auf dem angeschlossenen Indoor-Fußballplatz etc. Das Ganze hatte nur einen Haken: „Damit erreichten wir meistens nur die Mitarbeiter, die sowieso sportlich aktiv sind“, erläutert Markus Hodyas, Ergo-Fit-Marketingleiter. Alle anderen fühlten sich von dem aktiven Zusatzangebot nicht angesprochen. Das soll sich jetzt ändern: Das neue Konzept wurde so gestaltet, dass alle Mitarbeiter erreicht werden können. Diesem ganzheitlichen Ansatz folgt auch symbicon- Inhaber Lars Schirrmacher. Seit 2003 unterstützt der Diplom-Sportwissenschaftler Gesundheitsdienstleister (Praxen, Rehazentren und Kliniken) und Unternehmen bei der Gestaltung und Umsetzung von BGM in bestehenden Strukturen. Er sieht professionelle Gesundheitsdienstleister als „die“ BGM-Partner der Zukunft für Unternehmen und bringt diese in seiner täglichen Arbeit zusammen. „Die Arbeitswelt steht vor einem großen Wandel: Die demografische Entwicklung und der damit verbundene Fachkräftemangel deuten sich schon heute in vielen Unternehmen an. Die Belegschaften werden älter, die Anforderungen steigen und es gestaltet sich immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter nachhaltig im Unternehmen zu binden“, so der Berater. 

Finanzielle Unterstützung für Mitarbeiter 

Bisher beschränkte sich das Angebot bei Ergo-Fit ausschließlich auf den Sportbereich; dieser soll jetzt ausgebaut werden. Als Leistungserbringer für die BGM-Maßnahmen wird die Ergo-Fitness World, das firmeneigene Studio in unmittelbarer Nähe des Werksgeländes, eingebunden. Diese Gesundheitsanlage erfüllt alle notwendigen Voraussetzungen. Die Mitarbeiter erhalten künftig die Möglichkeit, hier das „Betriebliche Gesundheitstraining®“ mit finanzieller Unterstützung ihres Arbeitgebers Ergo-Fit auszuüben. symbicon coacht unter Einbeziehung neuer Technologien (siehe unten) die Mitarbeiter der Gesundheitsanlage und bereitet diese schrittweise auf das Projekt vor. 

iBGM bezieht Freizeit mit ein 

Neben dem Arbeitsplatz soll anhand individueller Programmmodule auch die Freizeit der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Für diesen Bereich ist der zweite Projektpartner, die vitaliberty GmbH, zuständig. Das Unternehmen der vitagroup, einem international führenden Unternehmen im Bereich der Telemedizin, hat die Vision, seinen Kunden durch innovative Technologien eine hohe Lebensqualität und Vitalität zu ermöglichen. Die vitaliberty entwickelte moove, das mobile iBGM-Konzept, und greift dabei auf moderne Informations- und Kommunikationsmittel sowie umfassendes Know-how der Telemedizin zurück. Thorsten Grießer, Mitglied der Geschäftsleitung, setzt auf eine Kombination aus persönlicher Betreuung, technischem Equipment und fachlicher Expertise. Die mobile Gesundheitslösung basiert auf einem Online-Portal mit persönlichem Account, dem iPhone und Apps für Bewegungs- und Stressmanagement. Der Mitarbeiter misst seine Aktivitäten und Vitaldaten und kann diese in seinem persönlichen, anonymiesierten Account dokumentieren und speichern. „Das Motivationsprogramm mit seinen verschiedenen Bausteinen unterstützt Mitarbeiter langfristig, sich für das Thema BGM zu begeistern“, erläutert Thorsten Grießer. Das Betreuerteam coacht jeden teilnehmenden Mitarbeiter über persönliche Betreuung vor Ort und Fernbetreuung aufgrund persönlicher Gesundheitsziele. Hohe Motivation und ein aktiver und gesunder Lebensstil (Arbeit und Freizeit) stehen im Fokus des iBGM der beteiligten Gesundheitspartner. 

Inhouse Know-how ausbilden 

symbicon hat zu Beginn der Zusammenarbeit mit Ergo-Fit die Ziele für ein BGM mit dem Unternehmen festgelegt und mit den strategischen Unternehmenszielen abgeglichen. Hierfür wurden Gespräche mit der Geschäftsführung, der Personalchefin und der Arbeitsmedizin geführt. Das implementierte Steuerungsgremium (BGM-Projektteam) soll langfristig alle BGM-Maßnahmen koordinieren und für einen regelmäßigen Informationsfluss im Unternehmen sorgen. Um auch inhouse auf das notwendige Know-how zurückgreifen zu können, bildet symbicon Ergo-Fit-Mitarbeiter zum „Betrieblichen Gesundheitsmanager (IHK)“ weiter.

„On the job“-Analyse 

In der nächsten Phase wurde die aktuelle Situation analysiert. Zunächst erfasste das Team dabei alle für ein BGM notwendigen Rahmenbedingungen (z.B. Organisations- und Mitarbeiterstrukturen, Fehlzeiten, Kommunikationswege und -arten sowie die Arbeitsplatzverhältnisse). Anschließend wurde eine „On-the-job“-Analyse von symbicon durchgeführt. Per Video werden die typischen Bewegungsabläufe, Zwangshaltungen, Belastungs- und Erholungszeiten, Ernährungsverhaltensweisen und Stresssituationen aufgezeichnet und ausgewertet. Doch die Mitarbeiter können bei der BGM-Umsetzung auch selbst aktiv werden: In einer anonymen Mitarbeiterbefragung werden Vorlieben und Motivationswege abgefragt. 

Startschuss im November

Unter Berücksichtigung der Analyseergebnisse wurde das BGM-Basiskonzept entwickelt. Nach einer Pilotphase soll im November der Startschuss mit einem großen Gesundheitstag erfolgen. Darüber sowie über erste Erfahrungsberichte der umgesetzten Maßnahmen berichten wir in einer der nächsten Ausgaben.

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